KjG gewinnt Wette gegen Weihbischof Hegge / Delegierte der KjG-Diözesankonferenz nehmen umfangreiche Änderungen an Struktur und Satzung vor

Bei der Diözesankonferenz der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) auf der Jugendburg Gemen ist am Wochenende einiges passiert: Die 81 Delegierten beschlossen die Auflösung ihrer Kreisebene, nahmen umfangreiche Änderungen an ihrer Satzung vor und gewannen ganz nebenbei eine Wette gegen Weihbischof Christoph Hegge.

„Wir geben alles“ hatte KjG-Diözesanleiterin Barbara Kockmann in der letzten Woche versprochen, als Weihbischof Christoph Hegge noch meinte: „Das könnt ihr nicht schaffen“. Damit stand eine Wette des Diözesanausschusses der KjG und dem Weihbischof im Raum, bei der es nicht einfach nur um die Wett-Ehre ging: Würden die Delegierten und Gäste der KjG-Diözesankonferenz am Wochenende neben dem Konferenzgeschehen her noch 72 Aufgaben – vom Schreiben eines Aktionsgebetes für die 72-Stunden-Aktion im Mai bis zu sportlichen Aufgaben wie 7,2 Kilometer Fahrradfahren – schaffen, so versprach Weihbischof Hegge das Ergebnis ihrer Pfandflaschensammelaktion zu verdoppeln. Deren Erlöse gehen in diesem Jahr an den Kinderkrebshilfe Münster e.V., das hatten zuvor mehr als 350 Teilnehmer*innen einer Online-Umfrage entschieden.

Weihbischof Hegge muss zahlen

Die genaue Spendensumme wird erst in einigen Tagen feststehen, soviel ist aber heute schon sicher: Weihbischof Christoph Hegge wird die Summe verdoppeln müssen, da alle 72 Aufgaben am Wochenende erfüllt wurden. Das verkündete Aktions-Maskottchen „Stoppi“ kurz vor Ende der Konferenz und erntete dafür großen Applaus.

Änderungen an Struktur und Satzung

Die wirklich großen Aufgaben für die Delegierten der Konferenz warteten aber in den zahlreichen Anträgen, die an die Konferenz gestellt wurden. Umfangreiche Änderungen an ihrer Struktur und Satzung nahm der mehr als 5.200 Mitglieder starke Kinder- und Jugendverband vor. Die wohl größte Änderung: Die Abschaffung ihrer Kreisebene. Bisher wurden die Konferenzteilnehmer*innen über die Kreisversammlungen der KjG delegiert. Das wird ab dem kommenden Jahr anders aussehen: Nun können die Pfarrgruppen oder Zusammenschlüsse von Pfarrgruppen ihre Delegationen zur Diözesankonferenz entsenden. Damit steht für den Kinder- und Jugendverband in den nächsten Monaten einiges an Arbeit auf dem Plan, wenn Kreisverbände aufgelöst werden. „Wir haben durch dieses Vorgehen eigentlich nur unsere Struktur an die Realität angepasst“, erläutert Diözesanleiterin Annika Kuypers. Zuletzt sei auf Kreisebene vielerorts nicht mehr groß etwas passiert, einige der Pfarrgruppen fanden sich auf dieser Ebene einfach nicht wieder. Damit auch sie in Zukunft bei den Diözesankonferenzen gut vertreten sein können, wurde dieser Strukturveränderungsprozess angestoßen.

Altersbeschränkung aufgehoben

Darüber hinaus wurden weitere umfangreiche Änderungen an den Ordnungen des Diözesanverbandes und besonders an ihrer Satzung vorgenommen. So wurde etwa die Altersbeschränkung bei der Wählbarkeit in den Diözesanausschuss als höchstes beschlussfassendes Gremium zwischen den Diözesankonferenzen komplett gestrichen. Damit kommt der Verband einer Forderung nach, die er selbst immer wieder an die Politik richtet: Ein Wahlrecht ohne Altersgrenze. Vorbereitet wurden diese großen Änderungen durch einen engagierten Satzungsausschuss, der auf der Diözesankonferenz im Vorjahr gewählt wurde und seitdem in zahlreichen Sitzungen die Grundlagenpapiere von Anfang bis Ende überarbeitet hat. Dafür bekam dieser Ausschuss von den Delegierten und Gästen der Konferenz große Anerkennung, auf einen Initiativantrag hin wurde dessen Arbeit weiter legitimiert, sodass nach diesen großen Änderungen bis zur nächsten Diözesankonferenz im April noch weitere Anpassungen im Detail vorgenommen werden können.  „Wir freuen uns schon jetzt auf weitere Ergebnisse“, blickte Diözesanleiter Hanno Rother auf die Konferenz im Frühjahr.

Personelle Veränderungen in Gremien

In einigen Gremien des Kinder- und Jugendverbandes gab es am Wochenende personelle Veränderungen: Regina Bußmann wurde am Samstagabend nach zweijähriger Amtszeit als Diözesanleiterin verabschiedet. Ihre Position bleibt erst einmal vakant, der Diözesanverband wird damit bis zur nächsten Diözesankonferenz im April von einer Dreierspitze geleitet: Annika Kuypers und Barbara Kockmann wurden in ihren Ämtern als Diözesanleiterinnen bestätigt, die Amtszeit von Diözesanleiter und Burgkaplan Hanno Rother läuft weiter. Veränderungen gibt es außerdem im Diözesanausschuss: Rabea Martin und Lena Jannemann schieden aus dem Gremium aus, neu hinein gewählt wurden Johanne Grohnert, Ronja Hellmanns und Timo Donnermeyer. Darüber hinaus besetzten die Delegierten Plätze im Wahlausschuss, im Satzungsausschuss sowie in den Delegationen für ihre Bundeskonferenz und die Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und wählten neue Kassenprüfer.