Demokratie hautnah: KjG setzt sich mit Politik auseinander und führt Wahlen mit Kindern durch

150 Kinder und Jugendliche setzten sich am Wochenende beim Burgfest der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) auf der Jugendburg Gemen mit politischer Meinungsbildung auseinander. Am Ende hatten sie die Wahl zwischen fünf fiktiven Parteien und entschieden sich mehrheitlich für die „V-Partei hoch drei“.

In der KjG wird schon immer viel Wert gelegt auf politische Meinungsbildung, auf demokratische Strukturen und auf Partizipation. Und das nicht nur für ältere Jugendliche: Kindermitbestimmung ist ein wichtiges Thema in dem Kinder- und Jugendverband. Neben einer ganzen Menge Spiel und Spaß ging es deshalb beim Burgfest der KjG am Wochenende auf der Jugendburg Gemen auch um Politik. „Schlittschuh fahren und Wasserski – So verdreht war`s hier noch nie“ lautete das Motto der Veranstaltung, die demnach alle Jahreszeiten – einschließlich der fünften Jahreszeit – in nur zwei Tagen vereinte. Das Burgfest endete mit dem Herbst: Jahreszeit sowohl für Bundestagswahl als auch für die Burgfestwahl. Zunächst stellten Vertreter*innen der fünf fiktiven Parteien sich und ihr Parteiprogramm vor. Da gab es die Partei „Jung hält jung“, die den Grundsatz „Kinder an die Macht“ vertrat und dem Nachwuchs auch das Autofahren erlauben und die Schule abschaffen wollte. Daneben standen die „Sozialen Konsens-Demokraten“, die es allen gleichermaßen recht machen wollten. Die „V-Partei hoch drei“ stand für Veränderungen, Versprechungen und eigentlich alles was mit V beginnt. Kontrolle war das Thema, das den „Daten-Paten“ sehr am Herzen lag, die sich für einen Überwachungsstaat stark machen wollten. Die FFE-Partei (für „Friede, Freude, Eierkuchen“) stand für Demokratie, Gleichberechtigung und Frieden für alle.

Vor der Wahl hatten die Kinder und Jugendlichen Zeit und Raum um die Vertreter*innen der Parteien in Kleingruppen zu befragen. Im Plenum konnten sie das anschließend im Rahmen einer Pressekonferenz noch einmal wiederholen. Da fragte eine junge Wählerin an die Jung-hält-jung-Partei gerichtet: „Wie sollten Kinder mit der Flüchtlingskrise umgehen, wenn sie an der Macht sind?“. Der 10-jährige Florian machte deutlich, dass er gegen eine Abschaffung der Schule sei, denn: „Die Schule ist ein Ort, an dem man auch viel Spaß haben kann. Also wenn man nicht gerade Lehrer ist!“ Als die Vertreterin der FFE-Partei einer Gruppe Kinder erklären wollte, was Demokratie bedeutet, bekam sie das Feedback: „Wir wissen, was Demokratie ist. Wie sieht es denn mit Inhalten aus?“ Am Ende entschied die „V-Partei hoch drei“ die Wahl mit einer klaren Mehrheit für sich. Die Kinder und Jugendlichen haben bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen. Gefeiert wurde anschließend ein großes und buntes Holy-Farbfestival als Wahlparty.

U18-Wahllokale

Die Möglichkeit schon in jungen Jahren zu wählen haben Kinder und Jugendliche auch bei den U18-Wahlen zur Bundestagswahl, die vom Bundesjugendring bundesweit koordiniert und von vielen Einrichtungen angeboten werden. Auch die KjG bietet im Bistum Münster zwei solcher Wahllokale an. In Bockum-Hövel und in Friemersheim laufen die Vorbereitungen dafür bereits seit einigen Wochen an. Infos zu den U18-Wahlen gibt es unter www.u18.org